Bahnstrasse 44

Das Projekt 'Bahnstrasse 44' in Bern schafft auf rund 2500 m² Wohn-, Arbeits- und Aktionsraum für Kulturschaffende unterschiedlichster Sparten und Disziplinen, von Kunst und Musik über Text, Architektur, Hacking, Design, Coding, Film und Fotografie, bis zu Grafik, Illustration, Publikationen und Veranstaltungen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten hauptberuflich im Haus, weitere Kulturschaffende Arbeiten vor Ort ohne auch hier zu wohnen.

Räume für eine kombinierte Wohn- und Arbeitsnutzung an zentraler Lage zu günstigen Konditionen zu finden ist schwierig und häufig nur befristet möglich. An der Bahnstrasse 44 wurden Räume geschaffen, welche Möglichkeiten für experimentelle und alternative Wohn- und Arbeitsformen schaffen und fördern. Von den insgesamt rund 2000 m² Innenfläche wird die eine Hälfte als Wohnateliers, die Andere für reine Ateliers und Kulturaktivität genutzt.  

Nebst zusätzlicher Fassadenisolation, Sonnenkollektorenanlage für Heizung und Warmwasser und neuen, teils deutlich grösseren Fenstern, sind alle Räume ästhetisch und funktional möglichst roh belassen und mit einfachen Materialien umgebaut. Atelierwohnungen sind mit einer einfachen Küche und Bad ausgestattet, innerhalb der mietbaren Einheiten werden jedoch keine weiteren Raumunterteilungen vorgegeben, um alle Räume möglichst flexibel und individuell nutzbar zu machen. Um eine vielseitige Durchmischung (Nutzung, Alter, etc) im Haus zu erreichen, entstanden Räume in sehr unterschiedlichen Grössen, von kleinen Studios bis zu grösseren Lofts oder auch Clusterwohnungen. 

Um das Projekt zu realisieren wurde Ende 2016 von den drei Initianten Hannes Zweifel (Architekt), Zimoun (Künstler) und Jürg Bärtschi (Artzt und Unternehmer) die Tatraum AG für Kultur, Raum und Produktion gegründet, welche Anfang 2017 das Gebäude kaufte und 2018 umbaute. Der Umbau wurde durch die Holzhausen Zweifel Architekten ausgeführt und Ende November 2018 beendet. Seit Dezember 2018 ist das Haus bezogen. 2019 wurde das Projekt im Architekturmagazin 'Hochparterre' für den Wettbewerb 'die Besten 2019' nominiert.  
 


In einzelnen direkte von der Strasse zugänglichen Gewerberäumen finden öffentliche oder halböffentliche Aktivitäten statt. Beispielsweise der unten abgebildete 4.4 m hohe Raum mit Galerie und einer Grundfläche von 168 m² kann mittels einem grossen Tor zum Quartier hin (Südseite) weitläufig geöffnet werden. 



Ehemaliger Tankraum von rund 100 m² Grösse und einer Raumhöhe von 4.4 m.



Atelier im Erdgeschoss mit gedeckter Terrasse.